Erkennen – Ansprechen – Handeln
Suchtmittelkonsum und suchtbedingtes Verhalten stellen im Arbeitsalltag eine besondere Herausforderung dar. Sie wirken sich nicht nur auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Betroffenen aus, sondern auch auf Arbeitssicherheit, Teamdynamik und das Betriebsklima. Führungskräfte, Personalverantwortliche und betriebliche Interessenvertretungen sind dabei häufig unsicher: Wann liegt riskanter Konsum vor? Wie erkenne ich Auffälligkeiten? Welche rechtlichen Verpflichtungen bestehen? Und wie spreche ich Mitarbeitende sachlich, klar und fürsorglich an?
Das Seminar „Betriebliche Suchtprävention“ vermittelt umfassendes Grundlagenwissen zu Suchtentwicklung, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Sucht im betrieblichen Kontext. Die Teilnehmenden lernen, zwischen Genuss, riskantem Konsum, Missbrauch und Abhängigkeit zu unterscheiden und erhalten Orientierung im Umgang mit auffälligem Verhalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Fürsorge- und Sorgfaltspflicht, den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie auf strukturierten Vorgehensweisen im Rahmen betrieblicher Regelungen und Stufenpläne.
Praxisnahe Gesprächsübungen, Fallbeispiele und die Vorstellung bewährter Präventions- und Interventionsinstrumente unterstützen die Teilnehmenden dabei, Handlungssicherheit zu gewinnen und Verantwortung professionell wahrzunehmen.
Schwerpunkte
- Sucht am Arbeitsplatz: Zahlen, Fakten, Erfahrungen und Erwartungen
- Genuss, riskanter Konsum, Missbrauch und Abhängigkeit – fließende Übergänge und Suchtentwicklung
- Entstehungsbedingungen von Suchterkrankungen (Suchtdreieck)
- Auffälligkeiten und Frühwarnzeichen im betrieblichen Alltag
- Rückfall als Teil des Krankheitsbildes
- Rolle und Haltung von Führungskräften bei der Früherkennung
- Fürsorge- und Sorgfaltspflicht von Arbeitgebern und Beschäftigten
- Gesetzliche Grundlagen und Arbeitsschutz
- Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention
- Dienst- bzw. Betriebsvereinbarungen zur Suchtprävention
- Ziele, Inhalte und Vorteile betrieblicher Regelungen
- Stufenpläne bei Suchtmittelauffälligkeiten
- Fürsorge-, Rückkehr- und Interventionsgespräche
- Motivierende Gesprächsführung und Gesprächshaltungen
- Implementierung betrieblicher Präventions- und Interventionsmaßnahmen
- Unterstützungssysteme, Hilfsangebote und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
Methoden
Fachlicher Input, Praxisbeispiele, Erfahrungsaustausch, Gruppen- und Plenumsarbeit, Gesprächs- und Fallübungen, Reflexion